Südliche Leineaue
ein
Naturjuwel







Hannovers - Südliche Leineaue - ist ein Relikt der Riß-oder Saaleeiszeit, die in Niedersachsen die Oberflächenstruktur des Landes und damit auch der Leineaue bildete. Diese Vorgänge begannen vor 240.000 Jahren und endeten etwa vor 130.000 Jahren unserer Zeitrechnung. Erst nach tausenden von Jahren griff der Mensch hin und wieder in die Landschaftsformation ein. Auwaldrodungen, Aufstauungen der Leine, Flußlaufveränderung, Auskiesung und die daraus resultierenden Teiche, bis hin zur teilweisen landwirtschaftlichen Nutzung zeichneten das Gesicht der heutigen Leineaue.
Da die Leineniederung ein natürliches Überschwemmungsgebiet ist, hat man sich speziell in der Neuzeit entschlossen den Flußlauf teilweise zu begradigen und auszukoffern. Diese Eingriffe des Menschen machten die Leineaue nach und nach zu einer Kulturlandschaft. Jedoch ist bei alledem im Süden Hannovers noch eine ansehnliche Naturidylle erhalten geblieben.

Ein mäandernder kleiner Bachlauf,- Alte Leine - genannt, gibt diesem Gebiet den Charakter einer Naturlandschaft. Etwa 270 verschiedenen Vogelarten dient sie als Rastplatz und dürfte somit mindestens von regionaler Bedeutung sein. Viele seltene Arten sind unter den Zugvögeln für den interessierten Beobachter auszumachen. - Vom Seeadler, Fischadler, Baumfalken, der Korn- und Wiesenweihe, bis hin zum Großen Brachvogel und der Bekassine, um nur einige wenige Arten zu nennen. - Der Weißstorch hat sich seit 1989 wieder als Brutvogel niedergelassen, zur großen Freude der hiesigen Naturfreunde. Er ist der größte der ca. 70 bis 80 Brutvogelarten, die sich in der Südlichen Leineaue heimisch fühlen. Ein besonderes Naturschauspiel ist es, wenn sich in den Monaten März bis April sogar einige Kranichschwärme in den Auwiesen niederlassen.

Deshalb entschlossen sich Naturschützer, z.B. der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und die Behörden von Kreis und Land, dieses nach dem Steinhuder Meer so wichtige Rastgebiet teilweise zu einem Naturschutzgebiet auszuweisen. Das Naturschutzgebiet "Alte Leine" hat eine Größe von ca. 317 Hektar. Hinzu kommt das Naturschutzgebiet "Leineaue" (zwischen Ruthe und Koldingen) mit ca. 350 Hektar. Diese herrliche Landschaft liegt südlich von Hannover direkt am Stadtrand von Laatzen. Ein Areal, das unter Kennern auch als Naturjuwel gilt. Die vorhandenen Wanderwege dienen der Bevölkerung als Naherholungswege. Hier wurde von verantwortungsbewußten Menschen eine hervorragende Naturschutzarbeit geleistet. Unser Dank gebührt hierfür nicht zuletzt den ehrenamtlich arbeitenden Naturschützern, sondern auch den verantwortlichen Politikern der Stadt Laatzen, der Region Hannover, sowie des Landes Niedersachsen. Hervorzuheben ist die außerordentlich gute Zusammenarbeit zwischen dem NABU und den Stadtwerken Hannover.



Seit November 2000 hat der NABU Laatzen ein neues Domizil. Es ist die "Alte Feuerwache" im OT-Grasdorf, Ohestraße 14, 30880 Laatzen. Nach fast 1800 Arbeitstunden, wofür NABU-Mitglieder und deren Familienangehörige ihre kostbare Freizeit und Arbeitskraft geopfert haben, konnte am 1. Mai 2004 die Eröffnung mit über 2000 Besuchern gefeiert werden. Besuchen Sie den NABU Laatzen und seine informative Dauerausstellung. Außerdem gibt es in einer Dunkelkammer interessante Nachttiere zu entdecken. Des Weiteren sind Sie natürlich auch als neues NABU-Mitglied oder Fördermitglied im Freundeskreis "Alte Feuerwache" herzlich willkommen. Wenn Sie darüber hinaus dieses außerordentliche Naturschutzprojekt mit Mitarbeit, oder finanziell als Sponsor unterstützen möchten, melden Sie sich bitte im Naturschutzzentrum "Alte Feuerwache", Tel.: - 0511 - 8790110, oder im Internet unter www.nabu-laatzen.de





Peter Saemann, Laatzen




Die Schöpfung bewahren ist eine der schwierigsten, aber auch schönsten Aufgaben auf dieser Erde.